Mutter-Kind-Zentrum Caritas

Dachgeschoßausbau und Umbau des Hoftraktes eines Gründerzeithauses

Frauen mit Kindern oder Schwangere, die in Krisensituationen nach einer Wohnmöglichkeit suchen sind leider keine Seltenheit. Die Caritas-Wien ist eine der sozialen Organisationen, die dabei Hilfestellung bietet. Im September 2009 wurde der Spatenstich für das zweite Mutter-Kind Haus der Caritas-Wien im 15. Wiener Gemeindebezirk gesetzt. Die Intention der Caritas, durch den Einzug in ein zum Teil vermietetes Haus, soll den Frauen den Weg in ein selbstständiges Leben erleichtern. Das Herzstück des Projektes ist das „Mutter-Kind Akutaufnahmezentrum“, das im 2-geschoßigen Hoftrakt der Liegenschaft eingerichtet wird. Tag und Nacht soll hier bis zu 6 Frauen in Notsituationen eine unbürokratische Anlaufstelle und kurzfristige Schlafstätte geboten werden. Im Straßentrakt sind oberhalb der verbleibenden Altmieter die Wohneinheiten untergebracht, die für einen Aufenthalt von bis zu 6 Monaten gedacht sind. Das 4-geschoßige Wohnhaus wird dazu um 2 Dachgeschoße erweitert. So wird es zukünftig 2 Wohngemeinschaften im 3. Obergeschoss des Haupthauses geben, 4 Wohneinheiten und ein Büro im 1. Dachgeschoß, sowie 4 Wohneinheiten und eine Gemeinschaftsterrasse im 2. Dachgeschoß. In der Gestaltung der Grundrisse wird insbesondere auf die verschiedenen Bedürfnisse von BewohnerInnen und Angestellten eingegangen. Gemeinschaftszonen werden sowohl auf den Wohnebenen als auch im Souterrain angeboten. Letztere, überwiegend von Kindern genutzt, liegt in Sichtverbindung mit dem Innenhof, der durch Neugestaltung und dem Einsatz von freundlichen Farben und Materialien Freiraumqualität erlangen soll. Die Fassaden des Althauses werden thermisch saniert, die alten Kastenfenster durch Isolierglasfenster ersetzt. Ein Liftzubau an der Hoffassade und ein Müllabstellplatz werden zusätzlich den Wohnkomfort verbessern. Über der gegliederten Straßenfassade des Althauses setzt die moderne Aufstockung ein dezentes architektonisches Zeichen. Wie zwei Hände in schützender Geste treten zwei zueinander geöffnete Rahmen aus der Dachfläche hervor. Auch das Hauptgesimse wird dabei durchbrochen und die Verbindung zwischen dem Dachgeschoß und dem „Sockel“ des Hauses hergestellt.

  • Auszeichnungen 
    Anerkennung Stadterneuerungspreise 2012
  • Jahr 
    2009 - 2011
  • Projektphase 
    Vorentwurf bis Polierplanung, ÖBA
  • Ort 
    1150 Wien, Schanzstraße 34